Dissertation
Aristotle University of Thessaloniki · Department of Music Studies (2025)
MUSICOLOGY BLOG
9/2/20263 min lesen
Der Kompositionsstil von Georgios Poniridis anhand einer Analyse seiner Musik für Soloklavier und einer kritisch bearbeiteten Digitalisierung ausgewählter Klavierwerke (2025)
Aristoteles-Universität Thessaloniki
Fakultät für Bildende Künste · Fachbereich Musikwissenschaft
Betreut von Prof. Costas Tsougras
Mitglieder des Begleitausschusses: Giorgos Sakallieros, Konstantinos Chardas
Forschungsgebiet: Systematische Musikwissenschaft
Gegenstand dieser Dissertation ist die Untersuchung des musikalischen Stils von Georgios Poniridis (1887–1982), wie er sich in seinen Werken für Soloklavier wandelt und prägt, und zwar anhand einer Betrachtung seines gesamten langen Schaffensweges, von seinen frühen chromatischen, tonalen und modalen Werken bis hin zu seinen späteren zwölftönigen und atonalen Werken.
Die Klavierwerke wurden als am besten geeignet angesehen, um die Entwicklung des musikalischen Stils des Komponisten zu untersuchen, da sie in jeder Schaffensphase des Komponisten zwischen 1916 und 1976 vertreten sind. Diese Arbeit versucht, die Klavierwerke von Poniridis erstmals vorzustellen, seinen Kompositionsstil zu untersuchen und durch eine analytische Herangehensweise etwaige Entwicklungen in seiner Klaviersprache aufzudecken, wobei diese Veränderungen chronologisch und ergografisch nachverfolgt werden. Darin liegt die Originalität dieser Studie, da bisher weder an einer griechischen noch an einer ausländischen Universität eine vergleichbare Untersuchung durchgeführt wurde.
Wie der Titel schon andeutet, umfasst die Dissertation einen zweiten Teil, der ein wichtiges „Nebenprodukt“ des Hauptthemas darstellt und sich mit der kritisch bearbeiteten Digitalisierung ausgewählter Klavierwerke des Komponisten befasst. Obwohl es mehrere bibliografische Verweise auf Georgios Poniridis gibt, zeigt sich bei genauerer Betrachtung, dass deren Inhalt begrenzt ist. Die jeweils dargestellten Informationen sind fragmentarisch und wurden nach Kriterien ausgewählt, die vom ursprünglichen Zweck der jeweiligen Quelle abhängen. Aus diesem Grund enthält das erste Kapitel einen umfassenden biografischen und ergografischen Überblick über den Komponisten, der sich aus der mosaikartigen Verflechtung und Überschneidung dieser Quellen ergibt, um ein vollständiges Bild seiner Herkunft, seiner Jugend und seines Studiums zu vermitteln.
Die chronologische Gliederung von Poniridis’ Leben und Werk, die auf geografischen Kriterien im Zusammenhang mit seinem Studium und den Anfängen seiner kompositorischen Tätigkeit basiert, lässt sich in drei Schaffensphasen unterteilen: die Brüsseler Phase, die Pariser Phase und die Athener Phase. Das zweite Unterkapitel befasst sich mit der ersten Schaffensphase in Brüssel (1910–1918), das dritte Unterkapitel befasst sich mit der zweiten Schaffensphase in Paris (1919–1937), ergänzt durch den kommentierten Werkkatalog dieser Zeit, und das vierte Unterkapitel befasst sich mit der dritten Schaffensphase in Athen (1938–1982), ebenfalls ergänzt durch den kommentierten Werkkatalog dieser Zeit. Das letzte Unterkapitel befasst sich mit den übrigen Aktivitäten des Komponisten und beleuchtet dabei die facettenreiche Persönlichkeit Poniridis’ sowie seine vielfältigen Qualitäten. Im zweiten Kapitel der Arbeit werden das Forschungsziel, das Forschungsmaterial, das Klavierwerkverzeichnis des Komponisten sowie der methodische Rahmen der Analysen vorgestellt. Die Kapitel drei und vier enthalten jeweils ausführliche bzw. kurze Analysen.
Was den analytischen Ansatz für Poniridis’ Klavierwerke betrifft, so wurde weder bei den vor 1956 komponierten Werken noch bei den ab 1956 entstandenen zwölftönigen und atonalen Werken die Anwendung einer einzigen analytischen Theorie oder Methode angestrebt. Im fünften und letzten Kapitel der Arbeit, das die Schlussfolgerungen und die Diskussion umfasst, wird versucht, die Forschungsfragen der Arbeit zu beantworten und die evolutionären Veränderungen in der klavierischen Textur von Poniridis aufzuzeigen.
Zunächst wird im ersten Unterkapitel eine stilistische Periodisierung des Werks des Komponisten vorgeschlagen, wobei die Kriterien und Parameter vorgestellt werden, die für die Einteilung seiner Kompositionsperioden maßgeblich waren. Anschließend werden in den beiden folgenden Unterkapiteln die charakteristischen kompositorischen Merkmale der Werke seiner ersten und zweiten Stilphase beschrieben. Wie bereits erwähnt, enthält der zweite Band der Dissertation die kritisch bearbeiteten Digitalisate von Werken von Georgios Ponyrides. Die Verwendbarkeit dieser Digitalisate als interpretative Urtext-Ausgaben zielt darauf ab, das Medium der musikalischen Textform – vom Manuskript zum digitalen Format – zu transformieren, mit dem Ziel, zukünftigen Forschern und Pianisten den Zugang und das Studium zu erleichtern. Um dem Leser schließlich ein umfassenderes Bild der durchgeführten Arbeit zu vermitteln, enthält derselbe Band einen exemplarischen Kommentar zu ausgewählten Auszügen und verweist punktuell auf die Grundsätze, die ausgehend von den Anforderungen des primären Manuskriptmaterials selbst formuliert wurden.
Nationales Archiv für Doktorarbeiten in Griechenland
https://www.didaktorika.gr/eadd/handle/10442/59985?locale=en
